Dienstag, 18. Oktober 2022

Interimslösung an der Grundschule am Wald kommt (höchstwahrscheinlich)

In den vergangenen Monaten zeichnete sich Dreierlei ab: 1. Die Schülerzahlen an der Grundschule waren zum Schuljahresbeginn 22/23 noch höher, als noch am Anfang des Jahres vermutet (wobei dies wohl auch auf Ukrainer zurückzuführen ist, die unerwartet hier beschult werden). 2. Die Evangelische Schulstiftung wird nicht in der Lage sein, schon 2024/25 mit dem Schulbetrieb (interimsmäßig) zu starten. Angesichts gestiegener Baukosten und Bauzinsen ist das Projekt „Evangelische Grundschule Zeuthen“ noch nicht in „trockenen Tüchern“. Eine in Aussicht gestellte Entscheidung in den kirchlichen Gremien wurde vom Spätsommer 2022 auf Frühjahr 2023 verschoben. 3. Der Multifunktionsbau (Mufo) musste erneut ausgeschrieben werden, eine Fertigstellung ist daher erst 2024 zu erwarten. 

Wir Grünen hatten bereits 2021 die Verwaltung gebeten, einen „Plan B“ in Form von wenig geliebten Containern zu prüfen – damals ohne Ergebnis. Angesichts der sich in diesem Sommer abzeichnenden Entwicklung haben wir zusammen mit der CDU nochmals die Verwaltung gebeten, zwei Vorschläge für Interimslösungen zu prüfen. Dabei zeigte sich, dass eine bauliche Lösung nur auf dem (dann im Zuge des Mufos-Baus erweiterten) Gelände der Grundschule möglich ist.

In der September-Sitzung des Schulausschusses wurden dann über diese Variante gesprochen. Angesichts der dramatischen Lage lies auch die Schulleitung erstmalig Zustimmung für diese von niemand als ideal empfundenen, aber dennoch pragmatischen Lösung erkennen. 

Screenshot aus dem Schul-Ausschuss vom 17.10.2022 zur geplanten Interimslösung.

In der gestrigen (17.10.) Schulausschuss-Sitzung stellt die Verwaltung nun eine konkrete Lösung (siehe Bild) vor. Der zusätzliche Bau soll in Abhängigkeit vom genauen Standort des Mufos vermutlich zur Straßenseite neben die „Große Schwester“ gestellt werden. Es wird dabei keine „ganz billige“ Container-Lösung sein, sondern eine den gültigen Energiesparverordnung für Neubauten entsprechende Variante sein, die über eigene Sanitäreinrichtungen verfügen wird. Damit kann das Gebäude auch länger als zwei Jahre genutzt werden (auch eine andere Nutzungsart oder ein anderer Ort sind dann denkbar).

Herr Sündermann von der Gemeindeverwaltung trat Befürchtungen von Eltern entgegen, dass damit Dauerhaft mehr Schüler an der „GsaW“ untergebracht werden. Es soll weiterhin bei einer Zielgröße „Vierzügigkeit“ bleiben, so sei es auch mit dem Schulamt besprochen. Die Realisierung des mehr als 2 Millionen Euro teuren Gebäudes soll nach dem Haushaltsbeschluss so schnell wie möglich realisiert werden. Eine Fertigstellung noch in 2023 wird angestrebt, spätestens bis zu den Winterferien 2024.

Mit dieser pragmatischen Lösung und in Kombination mit dem Mufo scheint angesichts aktueller Geburtenzahlen bis 2030 vorerst eine Lösung gefunden. Vielleicht schafft es bis dahin auch die Evangelische Schulstiftung, ihr Projekt zu realisieren Nun gilt es im Schulausschuss für die dringend benötigten Schulplätze im Sekundarbereich von Zeuthen, Eichwalde, Schulzendorf, Schönefeld und Wildau eine Lösung zu finden.

Freitag, 9. September 2022

Grundschule am Wald - auf schnellen Baufortschritt hoffen oder Zwischenlösung schaffen?

Das noch immer wichtigste Thema ist die Verbesserung der Grundschul-Situation. Derzeit läuft die zweite Ausschreibung für den Bau des Multifunktionsgebäudes. Erste Ergebnisse sind nicht vor Oktober/November zu erwarten, die Vergabe ist erst zum Jahreswechsel geplant. Voraussetzung dafür ist jedoch ein beschlossener und höchstwahrscheinlich auch von der Kommunalaufsicht geprüfter Haushalt 2023. Angesichts großer Kostensteigerungen in allen Bereichen und erwartbarer hoher Baukosten wird allein der Haushaltsbeschluss "harte Arbeit" für die Gemeindeverwaltung und Gemeindevertretung werden.

Nach der Beauftragung stehen zunächst die Detailplanung und der Bauantragsprozess bevor. Unter realistischen Annahmen ist eine finale Genehmigung wohl kaum vor Jahresmitte 2023 erwartbar. Für den eigentlichen Bau wurden ursprünglich 12-18 Monate angesetzt, die Verwaltung sprach zuletzt von 9-12 Monaten, wenn ein vorgefertigter Modulbau zum Zuge kommt. Vor dem Bau muss allerdings das Baufeld "freigemacht" werden, sprich: Der Wald muss gerodet werden. Dies ist üblicherweise nur außerhalb der Brutzeiten möglich.

Derzeit scheint - so zumindest unsere Prognose - eine Betriebsaufnahme wohl erst zum Schuljahresbeginn 2024/25 möglich, wobei weitere Verzögerungen immer möglich sind. Wir haben die Gemeindeverwaltung gebeten, nochmals eine eigenständige Zeitprognose zu entwickeln.

Quelle: Schulentwicklungsplan LDS 2022/23 - 2026/27, ohne Zuzugsgewinne, S. 154)

Laut aktuellen Schulentwicklungsplan (siehe Grafik) ist jedoch schon zum kommenden Schuljahr mit dem absoluten Peak (671 Schüler) zu rechnen. Dies sind dann +27% gegenüber dem Schuljahr 2013/14 - ohne das ein einziger Raum in dieser Zeit dazugekommen ist. Derzeit wird 2023/24 bei 111 Kindern nur mit 4 ersten Klassen gerechnet, wobei schon 113 zur Überschreitung der oberen Bandbreite (28 Schüler) im Primarbereich führen würde (eine absolute Obergrenze pro Klasse liegt bei 30 Schüler). 

Bei dreiprozentigen Zuzugsgewinnen - die zumindest in der Vergangenheit nicht unrealistisch waren - ist auch 2023/24 eine 5 erste Klasse zu erwarten. Dies würde die ohnehin schon angespannte Raumsituation (Doppelnutzung von Hort- und Klassenräumen, Zweckentfremdung von Fach- zu Klassenräumen) nochmals belasten - man könnte berechtigt auch überlasten schreiben,

Auf Bitten der Grünen-Fraktion hat die Gemeindeverwaltung über die Sommerpause ein Angebot für die Schaffung von 4 Klassenräumen in Containerbauweise eingeholt - die Nutzungszeit wäre aufgrund baurechtlicher Gründe auf zwei Jahre beschränkt*. Die Mietpreise sind allerdings beachtlich. In den kommenden Wochen soll nun innerhalb der Verwaltung und Gemeindevertretung, vor allem aber in der Schule und dem Hort sowie mit den Eltern diskutiert werden, ob solch ein Container gebraucht/gewünscht wird.

*Alternativ würde auch ein dauerhafter Modulbau möglich sein, der etwa 50% mehr Kosten würde als die zweijährige Anmietung. Für diesen müssten dann zusätzliche Abschreibungen in den kommenden Haushalten geleistet werden.

Freitag, 26. August 2022

Ein Leitbild für Zeuthen: Aufruf zur finalen Beteiligung

In den vergangenen Monaten ist ein Leitbild für Zeuthen entstanden. Maßgeblich ist dies in einer Koordinierungsgruppe aus Vertretern der Zeuthener Gesellschaft (Vereinen, Interessengruppen, etc.) sowie Mitgliedern der Gemeindevetretung entwickelt worden. Weiterhin wurden während mehrerer öffentlicher Veranstaltungen um Ideen und Wünschen von Bürgern gebeten. Letztlich wurden 11 Leitsätze gebildet, die bei zukünftigen Entscheidungen in Zeuthen berücksichtigt werden sollen. Noch bis zum 1.September haben nun noch einmal alle die Möglichkeit, sich dazu in Form von Anregungen und Wünschen zu positionieren. 

Titelseite Entwurf Leitbild (Quelle: www.zeuthen.de)
Am 13.September soll dann das Leitbild formell durch die Gemeindevertretung beschlossen werden. Die Leitsätze, der Gesamtbericht zum Prozess samt Anhängen sowie ein Formular für Wünsche und Anregungen finden Sie unter https://www.zeuthen.de/Ein-Leitbild-fuer-Zeuthen-Aufruf-zur-finalen-Beteiligung-680803.html

Montag, 22. August 2022

Sommerpause beendet: Darum geht es jetzt in der Zeuthener Kommunalpolitik

Nach mehreren Wochen ohne Sitzungen geht es jetzt wieder los. In dieser Woche tagen Umweltausschuss (Dienstag, 23.8.), Gemeindevertretung (Mittwoch, 24.8.) und Hauptausschuss (Donnerstag, 25.8.). In den beiden Folgewochen sind dann der Ortsentwicklungsausschuss (30.8.) Regionalausschuss (1.9.), Sozialausschuss (6.9.) und der temporäre Ausschuss "Schule" (8.9.) an der Reihe. Am 31.8. findet um 18:30h zudem ein BürgerDialog zum Thema Fußgängerunterführung in der Mehrzweckhalle statt.

Hier ein kleiner Überblick zu den wichtigsten Themen:

Verbesserung der Grundschulsituation

Der Start der zweiten Grundschule in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung ist definitiv nicht vor 2026/27 zu erwarten - eine finale Entscheidung der Stiftung steht noch aus. Der dringend erwartete Multifunktionsbau an der Grundschule am Wald wird derzeit erneut ausgeschrieben, eine Bieter-Entscheidung ist zum Jahreswechsel geplant - vorausgesetzt, die Finanzierung ist durch die Gemeinde möglich. Im positiven Fall ist wohl ab 2024 mit einer Entlastung zu rechnen. Angesichts aktueller Schülerprognosen ist bereits ab dem nächsten Schuljahr (23/24) die Schule mehr als überfüllt. Wir Grünen haben die Verwaltung nochmals um Prüfung von Entlastungsmöglichkeiten VOR Fertigstellung des Multifunktionsbaus gebeten. Im temporärer Ausschuss "Schule" könnten dazu Ergebnisse präsentiert werden.

Verbesserung der Oberschulsituation

Schon jetzt ist absehbar, dass sich auch die Situation in der Sekundarstufe I und II in der ZEWS-Region drastisch verschärfen wird. Derzeit sehen sich weder die Gemeinden noch der Landkreis in der Verantwortung - es gibt bislang unterschiedliche Handhabungen. Wir brauchen endlich eine gemeinsame Strategie und kein "Beamten-Mikado". Am 1.9. wird dies von uns im Regio-Ausschuss erneut thematisiert.

Freibad Miersdorfer See

Das Seebad bleibt aufgrund einer Anordnung des Landkreises weiter geschlossen. Derzeit herrschen unterschiedliche Auffassungen über die Rechtmäßigkeit der Proben, die zu dieser Anordnung geführt haben. Nach einer Überschreitung des Grenzwertes für Intestinale Enterokkoken im Jahr 2021 kam es in diesem Sommer zu einer Überschreitung von E.-Coli-Bakterien - trotz geschlossenem Freibad. Die genaue Ursache ist bislang noch immer nicht geklärt. Sowohl zur Rechtmäßigkeit der Proben - die Gemeinde hat inzwischen rechtliche Schritte eingeleitet - als auch zur Ursache ist dringend Klärung erforderlich, soll das Freibad nicht noch weitere Jahre geschlossen bleiben. Neuigkeiten dazu könnte es im Umweltausschuss am 23.8. von der Verwaltung geben.

Fußgänger-Bahntunnel

Nach derzeitigem Stand soll der Fußgängertunnel Ende September (teilweise) bzw. im Oktober (vollständig) eröffnet werden - 2022 wohlgemerkt. Der aktuelle Bauzustand erweckt durchaus Zweifel. Am 31.8. könnte die Bahn (siehe oben) Klarheit verschaffen.

Pavillon am Siegert-Platz

Noch immer ist nicht geklärt, was aus dem Gastro-Pavillon am Siegert-Platz wird. Neben einem für den Ort passenden Konzept wird erwartet, dass der Bieter den Rohbau vollendet. Bei einem ersten Ausschreibungsversuch wollte oder konnte kein Bieter sämtliche Bedingungen der Gemeinde erfüllen. Die Grünen haben hierzu ein Verfahrensvorschlag eingebracht, der am 25.8. im Hauptausschuss diskutiert werden soll.

Haushaltslage

Auch für die Gemeinde könnte sich die Haushaltssituation durch die gestiegenen Energiekosten bzw. die Gasumlage schon bald deutlich verschlechtern. Eine Anfrage von uns dazu kann vielleicht schon in der Gemeindevertretersitzung am 24.8. beantwortet werden.

Leitbild

Die Gemeindevertretung Zeuthen hat sich zur Aufstellung eines Leitbildes veranlasst gesehen, um mittel- und langfristige Ziele entsprechend von Einwohnerwünschen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln. Das Ergebnisse dieses Prozesses, dem auch mehrere Bürger-Beteiligungs-Formate seit Juni 2021 vorausgegangen sind, sollen am 24.8. durch die Gemeindevertretung verabschiedet werden. Das Leitbild selbst entfaltet keine Rechtsverbindlichkeit, soll aber bei weiteren Entscheidungen und der Aufstellung von (verbindlichen) Plänen Berücksichtigung finden.

BER-Flugrouten

Die Verkehrszunahme am BER war in diesem Sommer deutlich zu spüren. Neben zahlreichen Tagen mit Ostwind, die Starts gen Osten zur Folge hatten, waren vor allem im August viele Abflüge auf der sogenannten Hoffmannn-Kurve zu registrieren, die wenig "Spur-treu" waren und bebautes Wohngebiet in Zeuthen überflogen. Vermutlich am 27.9. (Umweltausschuss) soll der "Flugsommer" am BER ausgewertet werden. Ab Mitte September könnten zudem veränderte Regelungen bei Abflug zu spüren sein.

Ausbau der Seestraße und Kreuzung Mierdorfer Chaussee/Fortsweg dürfen nicht länger aufgeschoben werden

Durch Zeuthen verlaufen zwei Landesstraßen (L401 und L402). Beide Straßen wurden bereits in einigen Bereichen ausgebaut: Die L401 wurde im südlichen Abschnitt vom Goethebogen bis zur Ortsgrenze Wildau erneuert, die L402 in der Ortsdurchfahrt Miersdorf.
Der nördliche Abschnitt der L401 (Goethestraße/Seestraße) hätte ebenfalls längst ausgebaut sein sollen. Mehrfach wurden dafür Pläne diskutiert und ausgelegt. Die Gelder für den Ausbau sind vorhanden - so hieß es jedenfalls noch vor drei Jahren. Losgehen sollte es sofort nach dem Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses. 

Doch dieser lässt weiter auf sich warten. Woran es genau liegt, kann zumindest in der Gemeinde Zeuthen niemand so recht beantworten. Statt Straßenausbau wurde aufgrund der schlechten Fahrbahnqualitätt Tempo-30 angeordnet. Dies führt widerum - so zumindest die Vermutung vieler - dazu, dasss die Schul- und Schillerstraße als Alternative immer stärker genutzt wird. Ohnehin schon kritische Überwege und Kreuzungen (höhe Paul-Dessau-Schule und Heinrich-Heine-Straße werden noch problematischer.

Auch eine andere Kreuzung ist für alle Verkehrsbeteiligten extrem unübersichtlich: Forstweg/Miersdorfer Chaussee/Elbestraße (die Landesstraße 402 stellt hier die abknickende Vorfahrtsstraße dar). Selbst wenn hier Verkehrsteilnehmer ihren Abbiegewunsch richtig signalisieren, sind Missverständnisse möglich. Über die Kreuzung verlaufen zudem wichtige Rad- und Fußwegeverbindungen (zur Grundschule als auch zwischen den Ortszentren von Zeuthen und Miersdorf).

Ein kürzlich durchgeführtes Verkehrsaudit für beide Bereiche zeigt, dass wirkliche Verbesserungen nur dann möglich sind, wenn ein weiterer Ausbau der beiden Landesstraßen stattfindet: Durch eine vollständige ausgebaute L401 würde die Schul- und Schillerstraße an Attraktivität verlieren. Bei der L402 könnte schon eine Umwandlung der heutigen Kreuzung in einen Kreisverkehr viel bringen - ein Konzept dafür liegt seit langem in den Rathaus-Schubladen. Aber auch hier muss das Land mitziehen.

Um beide Bereiche vorwärts zu bringen, haben die Grünen in die Gemeindevertretung am 5.4. einen Antrag eingebracht, dass der Bürgermeister (erneut) mit dem Infrastrukturministerium in Kontakt treten soll, um Antworten und gemeinsame Lösungen zu ersuchen. Unabhängig davon werden wir versuchen über unsere Landtagsfraktion auf das Infrastrukturministerium einzuwirken.

Vor Ausbau der Miersdorfer Chaussee: Gemeinsame Begehung mit Gewerbetreibenden und Hausbesitzern

Der Ausbau der Miersdorfer Chaussee zu einer attraktiven Einkaufsstraße ist ein langgehegter Wunsch vieler Zeuthener. Bereits vor zwanzig Jahren ab es konkrete Pläne, immer wieder wurden diese aus verschiedenden Gründen aufgeschoben. In den nächsten Jahren soll sich - nach lange verzögerter Fertigstellung des Fußgängertunnels - nun daran etwas ändern. 

Da die ursprünglichen Pläne nicht mehr zeitgemäß erscheinen (und damals nicht nur Zuspruch fanden) und sich die "Landschaft der Gewerbetreibenden" verändert hat, soll nun zunächst ergründet werden, was bei der erneuten Planung wichtig ist. Dazu fand am 6.4. ein gemeinsamer Rundgang statt. Der von der Gemeinde beauftragte Planer erläuterte zunächst den Bereich, der betrachtet werden soll (von der Oldernburger Straße ab Kreuzung Delmenhorster Straße, Miersdorfer Chausee ab Sparkasse, Friesenstraße ab Stedinger Straße). Weiterhin berichtete er über Möglichkeiten der zukünftigen Verkehrsführung (wie bisher Tempo 30, Verkehrsberuhigter Bereich, Einbahnstraßen). Die meisten Anwesenden zeigten sich für derartige Überlegungen zunächst offen. Wichtig war ihnen jedoch, dass auch zukünftig Kunden bis vor die Tür fahren und dort parken könnten. Im Verlauf des Rundgangs wurden diverse Detailfragen angesprochen und diskutiert. Jeder konnte seine Anregungen auf einer Karte notieren, die nun die Planer auswerten.

Grundsätzlich wird der Ausbau begrüßt, einige äußerten jedoch ihre Bedenken bezüglich der zu erwartenden Baustelle, die erneut zu Umsatzeinbußen führen wird. Sie würden es begrüßen,wenn der Ausbau noch etwas warten könnte. Der Stellvertretende Bürgermeister, Herr Schulz, und die Stellvertretende Ortsentwicklungsamtleiterin, Frau Urban, versuchten zu beruhigen. Angesichts der frühen Planungsphase und der Haushaltssituation wird innerhalb der nächsten zwei Jahre noch kein Bagger in der Miersdorfer Chaussee rollen. Weiterhin wurde das Thema Regenentwässerung von Anwohnern hinterfragt. Allerdings gibt es auch hier noch kein genaues Konzept, lediglich frühere Ideen, die aber aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen nicht mehr in der ursprünglichen Form umgesetzt werden können.

Grüne: Viele Ideen lassen sich jetzt schon umsetzen & prüfen

Bis die Planungen konkreter werden, geschweige denn umgesetzt werden, wird noch Zeit vergehen. Aus Sicht der Grünen könnte heute schon geprüft werden, ob bestimmte Ideen funktionieren (oder nicht). Dazu gehört die Idee eines Einbahnstraßenverkehrs, der den Verkehr allgemein übersichtlicher werden lassen könnte und mehr Platz für Fahrradfahrer auf der Fahrbahn schaffen würde. Auch die Aufstellung von Bänken oder die temporäre Umnutzung von Fahrbahnfläche für gastronomische Zwecke in den Sommermonaten könnte man bereits heute erproben.

Montag, 16. Mai 2022

Fünf (kleine) Positiv-Nachrichten aus Zeuthen

Vieles geht in Zeuthen scheinbar nicht voran, immer noch wird Natur eher zerstört statt zusätzlich geschützt. Bei all der durchaus berechtigten Kritik gehen manchmal Dinge unter, die vielleicht nicht die Dimensionen von Schulneubauten oder Tunnellösungen haben, aber dennoch unseren Ort positiv beeinflussen.

1. Das ehrenamtliche Engagement in Zeuthen ist trotz (oder wegen) zwei Corona-Jahren ungebrochen hoch. Zur Belebung Zeuthens hat auch "Zeuthen Open Streets" beitragen, dass bisher in der Miersdorfer Chaussee durchgeführt wurde. Am 11.6. findet es nun zum ersten Mal auf dem Siegertplatz statt, um auch dort neue Impulse zu setzen. Der von einem privaten Spender finanzierte Gastro-Pavillon wartet noch immer auf seine Fertigstellung, die Verpachtung durch die Gemeinde konnte bislang nicht erfolgen. Open Streets will dabei auch mit den Bürgern diskutieren, was sie sich hier wünschen. Mehr unter https://bike2ber.de/zeuthen-os/

PS: In diesem Zusammenhang möchten wir auch noch einmal den Team von "Zeuthen Open Streets" gratulieren, die am 2.Mai im "Innenstadtwettbewerb 2021/22" in der Kategorie „Lebendige Innenstadt – Aktionen, Kampagnen, Events“ in Kommunen unter 20.000 Einwohner den mit 8.000 Euro dotierten 2.Platz belegten. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für das Engagement!

Noch immer ist nicht klar, wann der Pavillon fertiggestellt und wer hier Mieter wird.

2. Ebenso von großen ehrenamtlichen Engagement ist die Arbeit der Zeuthener Ortsgruppe vom NABU geprägt. Die Mitwirkendenzahl konnte hier binnen zwei Jahren auf einen erstaunlich hohen, zweistelligen Wert vergrößert werden. Angeführt von Julianne Bauer konnten bestehende Projekte reaktiviert und verstetigt (NSG Höllengrund-Pulverberg, Krötenschutzzaäune) und neue Ziele ins Auge genommen werden (Wiedervernässung der Flutgrabenaue an der Grenze zu Schulzendorf/Schönefeld). Auch der Feuchtbiotop-Erhalt im Kienpfuhl läuft inzwischen mit der Gemeinde gut abstimmt. Zuletzt konnten mehrere hundet Kubikmeter Wasser in die Fläche geleitet werden (siehe Foto unten). In welchem Maß dies genau den bedrohten Populationen genutzt hat, wird sich wohl erst langfristig zeigen. Aktuelle Sichtungen des NABUs haben zumindest erfreuliches gezeigt: Der streng geschützte, bedrohte Kammmolch ist hier nach wie vor anzutreffen. Auch hier vielen Dank an die Ehrenamtlichen!

Im April wurde auf Vermittlung der Gemeinde Wasser in den Kienpfuhl eingespeist. Aufgrund der trockenen Frühjahrswochen eine sehr gute Entscheidung.

3. Die Sanierung des im Gemeindeeigentum befindlichen Hauses im Forstweg 30 ist gestartet. Ursprünglich sollte es nach der Fertigstellung des "Güterbodens" verkauft werden. Eine Vielzahl von lokal tätgen Vereinen und Initiativen hat hier inzwischen ihr Domizil gefunden, da der Güterboden entweder belegt und räumlich nicht geeignet ist. Deshalb soll der "Forstweg 30" nun mit überschaubaren Mittel Schritt für Schritt saniert werden. Den Anfang macht das Dach. Hier gab es unterschiedliche Anregungen von Nutzern und Naturschützern, die - so scheint es jetzt jedenfalls - auch weitgehend  berücksichtigt werden. Der Dachraum soll auch weiterhin Fledermäusen zugänglich sein. Ebenso werden wieder Biberschwanzziegel verwendet, die schönen Dachgauben bleiben erhalten.

Der Forstweg 30 soll als Vereinshaus auch weiterhin sozialen Projekten dienen.

4. Nach langer, sehr langer Zeit hat die Gemeinde nun die ersten beiden öffentlichen Elektro-Ladesäulen am Rathaus (Schillerstraße 1) und an der Rathausnebenstelle (Schillerstraße 57/58) in Betrieb genommen. Da der Verkauf von Strom durch die Gemeinde selbst erhebliche finanztechnische Probleme verursacht hätte (Zeuthen hat kein eigenständiges wirtschaftliches Unternehmen), wurde durch die Verwaltung eine kostenfreie Abgabe vorgeschlagen. Zwecks fehlender Alternativen haben die Gemeidevertreter dies auch "durchgewinkt". Erst im Nachgang wurde deutlich, dass dies nicht der richige Wege sein kann - auch wenn man weitere Anbieter dazu ermutigen möchte weitere Säulen in Zeuthen zu errichten (ich übe mich hier auch in Selbstkritik!). Kurzfristig hat jetzt die Verwaltung doch noch eine Lösung gefunden, wie die Säulen entgeltlich betrieben werden können. Damit steigt auch die Hoffnung, dass bald weitere Ladesäulen entstehen: Zeuthen hat im März eine Förderzusage für vier weitere Ladesäulen erhalten. Man steht jetzt jedoch vor der Herausforderung, diese bis Ende 2022 errichten zu lassen.

5. Im Zusammenhang mit dem geplanten Bau zwei weiterer Mehrfamilienhäuser in der Heinrich-Heine-Straße soll es zu einem Infrastruktur-Ausgleich an die Gemeinde kommen. Neben drei kleineren Maßnahmen im direkten Umfeld wurde nun auf Vorschlag der Verwaltung auch die Errichtung einer Steganlage am Chinesischen Garten vorgeschlagen, um den Besuchern noch mehr "Wassererlebnis" zu bieten. Dazu sollte man Wissen: Bereits bei seinem Bau 2009 sollte der Garten charakteristische Steganlage in Halbkreisform bekommen. Diese wurde jedoch aus Kostengründen weggelassen.

Die damals vom Landschaftsarchitekturbüro Levin-Monsigny (Berlin) vorgeschlagene Variante hat durchaus Charme. Innerhalb des Halbkreises könnte auch eine geschützte Schilfzone etabliert werden. Leider gibt es solche für die Wasserklärung und als Lebensraum wichtige Vegetation am Westufer des Zeuthener Sees kaum noch! Wir haben eine Schilfschutzzone zumindest im Ortsentwicklungsausschuss am 10.5. angeregt.

Die Zickzackbrücke war geplant, wurde aber bislang nicht realisiert. Sie könnte zum Erhalt von Schilf am Ufer beitragen. Auf die "Blütenboote" kann man dagegen verzichten. (Quelle: Schrift zur Eröffnung des Chin. Gartens/Levin-Monsigny LA, Berlin)

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